Deponien, die sich in der Stilllegungs- oder Nachsorgephase befinden, können als Standorte für die Schaffung zusätzlicher Deponiekapazitäten interessante Alternativen sein

Deponienotstand vermeiden - Altdeponien nutzen

Als Folge des endgültigen Verbots der Ablagerung nicht vorbehandelter Abfälle wurden zahlreiche existierende Deponiestandorte vorzeitig geschlossen. Teilweise kamen Deponien dadurch früher als ursprünglich geplant in die Stilllegungsphase, ohne dass das Verfüllvolumen ausgenutzt worden war. Diese Altdeponien können mit neuen Kooperationskonzepten im Form einer Deponieerweiterung möglicherweise wiederbelebt werden.

Deponie auf Deponie

Es kann für Kommunen sinnvoll sein, existierende Standorte zu nutzen, um Deponienotstand zu vermeiden. Es gibt in Deutschland eine erhebliche Anzahl von Deponien, die nicht vollständig verfüllt wurden und sich in der Stilllegungs- oder Nachsorgephase befinden. Generell können alte Deponien um neue Deponieabschnitte erweitert werden, ohne dass die Stilllegung des Altkörpers dadurch beeinträchtigt wird.

Deponieplanung: Wirtschaftliche Alternativen suchen

In der Regel reichen die in einem Landkreis anfallenden zu deponierenden mineralischen Abfälle nicht aus, um einen neuen Deponiestandort oder Deponieabschnitt wirtschaftlich zu errichten. Ein Grund dafür ist, dass besonders die Abfallmengen aus Bauaktivitäten hohen Schwankungen unterliegen. Rechtliche oder technische Änderungen, Wirtschaftsentwicklung über die gesamte Verfüllzeit, Anforderungen an Stilllegung und Nachsorge über Jahrzehnte sind Herausforderungen, deren Auswirkungen nur schwer abzuschätzen sind. Mit einem solchen Projekt sind also viele Risiken verbunden, die der Deponiebetreiber nicht immer tragen kann oder will.

Kooperationsmöglichkeiten prüfen

Viele Altdeponien liegen in der Verantwortung von öffentlich-rechtlichen Trägern. Deponieerweiterungen dieser Standorte sind oft interessante Alternativen zur Suche und Genehmigung neuer Deponiestandorte. Kooperationen mit anderen öffentlich-rechtlichen oder privatwirtschaftlichen Partnern schaffen mehr wirtschaftliche und rechtliche Sicherheit als der Eigenbetrieb. Alle Modelle haben Vor- und Nachteile, die im Rahmen der Deponieplanung individuell abgewogen werden müssen.